Orgelsanierung

Im größten Sakralbau der Niederlausitz, der in der Backsteingotik erbauten Oberkirche St. Nikolai, findet seit der Ersterwähnung von Cottbus im Jahre 1156 fast ununterbrochen bis heute Kirchenmusik statt. Mit ihren fast 20 m aufstrebenden Gewölben bietet die Kirche einen beeindruckenden Klangraum. In den letzten Jahren fanden in der großen City-Kirche St. Nikolai umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Damit haben sich auch die Bedingungen für Chöre, Solisten und Orchestermusiker wesentlich verbessert. Die Erneuerung der Probenräume, der Sanitäranlagen, der Küche erlauben eine vorzügliche Betreuung von kirchenmusikalischen Aufführungen sowie weiteren großen öffentlichen Konzerten.

25 Jahre Eule-Orgel
Durch Kriegseinwirkung wurde die Orgel der Oberkirche St. Nikolai Ende April 1945 zerstört. Erst 1984 gelang es, die große Hauptorgel durch die Firma Eule aus Bautzen neu aufzubauen. Lediglich das Gehäuse der Orgel stammt aus der früheren Stadtkirche Hainichen aus dem Jahre 1759. In vier Jahren wurde die Orgel für die Oberkirche Cottbus bei der Orgelbaufirma Eule in Bautzen projektiert und von Orgelbauexperten gebaut. Am 5. März 1984 begann die aufwendige Montage des Musikinstrumentes durch die Orgelbaufirma in der Oberkirche. Ab Mai 1984 setzten bereits die Intonationsarbeiten ein. Jeder einzelne Ton muss mit dem Bauwerk der Kirche übereinstimmen und zu den Nachbartönen passen. Am 17. September 1984 erfolgte die Abnahme unserer Königin der Instrumente durch den Orgelbausachverständigen KMD Christhard Kirchner (Berlin) und den Gemeindekirchenrat der Oberkirche. Zum Erntedankfest 1984 wurde die Eule-Orgel durch Generalsuperintendent Richter eingeweiht und seit diesem Tag hat Wilfried Wilke auf der Orgelbank seinen Platz eingenommen. In der Presse hieß es damals: Am Erntedankfest 1984 wurde die größte, seit 1945 im Bereich der Berlin-Brandenburgischen Kirche neuerrichteten Kirchenorgel in Dienst genommen. Die Disposition der Orgel enthält 50 Register, darunter acht Zungenstimmen, auf Hauptwerk, Schwellwerk, Oberwerk und Pedal. Die Orgel bietet einen umfangreichen Fundus klanglicher Möglichkeiten – nicht nur für Werke aus der Blütezeit der Orgelkunst von Frescobaldi und Scheidt über Buxtehude, Pachelbel und die großen französischen Barockmeister des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zu Olivier Messiaen und György Ligeti.

Die neue Orgel mit ihren 3672 Pfeifen ist also bewusst als modernes und universales Instrument konzipiert, obwohl sie hinter einem historischen Prospekt steht. Sie erhielt daher auch eine elektronische Setzeranlage zur Registerprogrammierung mit zunächst 16 Kombinationsmöglichkeiten, die sich ohne Schwierigkeit auf 32 erweitern lassen. Ermöglicht wurde das alles nur durch die Initiative von Persönlichkeiten und die Opferbereitschaft unzähliger Spender. Die Eule-Orgel wurde nun 25 Jahre gespielt. Sie erfreute in Gottesdiensten, Orgelvespern, Kirchenmusiktagen, Orgelkonzerten, Orgelfestivals, Konzerten aller Art – dies alles ist nicht aufzählbar. Über die Jahre und während der vielen Bau- und Sanierungsarbeiten in der Oberkirche hat die große viel Staub angesetzt und Schäden erfahren. Sie bedarf deshalb jetzt einer grundlegenden Reinigung, Überholung und Ergänzung. Für die nächsten zwei Jahre ist das ein großes Projekt, das nur durch die Unterstützung vieler Spender realisierbar ist.

Spenden bitten wir auf das Kirchengemeindekonto
Kto-Nr.: 320 412 5300, BLZ: 180 500 00
bei der Sparkasse Spree-Neiße unter Verwendungszweck:
»Sanierung Orgel Oberkirche« einzuzahlen.